
Ticklewicks
In den stillen Winkeln alter Wälder, Städte und Burgen leben die Ticklewicks. Diese kleinen Mäusewesen haben sich in alten Glocken, Turmuhren und vergessenen Zeitmessern eingerichtet. Zwischen Zahnrädern und Messingrädern schlafen sie zusammengerollt und lauschen dem leisen Ticken der Zeit. Das sanfte Tick-Tack der Uhr ist ihr Schlaflied. Man sagt, die Ticklewicks hören dem Lauf der Zeit aufmerksam zu und erinnern sich an Momente, die Menschen längst vergessen haben. Eines jedoch scheint gewiss: Wo immer ein Ticklewick schläft, vergeht die Zeit für einen Augenblick ein kleines bisschen langsamer.


Ticklewicks gelten als ruhige und geduldige Geschöpfe. Während Menschen durch ihre Tage eilen, verbringen sie ihre Zeit damit, still zu beobachten und dem gleichmäßigen Rhythmus der Welt zu lauschen. Vielleicht liegt darin ihr besonderes Geheimnis: Sie kennen keine Hast oder Agenda.
Man sagt, Ticklewicks spüren, wenn ein Ort viele Geschichten in sich trägt. Dort lassen sie sich nieder und bewahren die Erinnerung an all die kleinen Augenblicke, die im Laufe der Jahre verloren gegangen sind. Wer ihnen begegnet, bemerkt oft etwas Seltsames: Für einen kurzen Moment wirkt alles stiller, klarer und ein wenig langsamer – als hätte die Zeit selbst beschlossen, einen Atemzug lang zu warten.